Worum geht's?

Der Roman beginnt mit einem dramatischen Unfall. Ein palästinensischer Handwerker renoviert den Balkon einer jüdischen Familie in Tel Aviv. Die Mutter Naomi ist mit dem 14 Monate alten Uri allein mit dem Handwerker und sehr misstrauisch. Dennoch kocht sie für ihn einen Kaffee, als dieser zur Toilette muss. Sie findet ihn nicht unsympathisch, er erwähnt, auch so ein kleines Kind zu haben. Und vielleicht möchte Naomi auch ihr Misstrauen und die Haltung, der Andere sei unweigerlich eine Bedrohung, ein wenig kompensieren.
Der kleine Uri krabbelt währenddessen auf den Balkon, um dort zu spielen. Da ist plötzlich von der Straße Geschrei zu vernehmen: Direkt unter Naomis Balkon liegt der Sohn des Gemüsehändlers von gegenüber. Tot, von einem Hammer erschlagen.
Der Handwerker wird als Terrorist verhaftet. Naomi verschweigt den wahren Hergang, obwohl sie weiß, dass Uri den Hammer vom Balkon geschoben haben muss.
Erst nach Tagen erzählt Naomi ihrem Mann, was war. Es kommt zum Prozess.
Die junge Mutter hat durch ihr Schweigen und ihre Lügen gleich mehrere Familien ins Unglück gestürzt.
Es sind die Familien des Handwerkers, des Gemüsehändlers und andere Beteiligte, die ganz unterschiedliche Perspektiven auf das Geschehen und seine Folgen zeigen.
Um dem allen für eine Zeit zu entgehen, zieht die kleine Familie in eine jüdische Umgebung in Lagos in Nigeria.
Doch die eigene Biographie und Vergangenheit lassen sich nicht abschütteln. Einen inneren Tapetenwechsel gibt es nicht. Die eigenen Erinnerungen und auch Menschen aus dem früheren Leben kommen wie ungebetene Gäste.

C.M.