Worum geht's?

Kurz nach einem frustrierenden Date bekommt der 55jährige Henri Albers, ein Mann von Mitte fünfzig, geschieden aber leider ohne neue Liebe, von seinem Hausarzt die Diagnose Andropause. Es ist nur ein Loch in seinem Bart, das Henri so beunruhigt hatte, dass er zum Arzt gegangen war. Aber mitten in den Wechseljahren zu stecken, hätte er sich nicht träumen lassen. Die Schlagworte, die sein Hausarzt Berger ihm um die Ohren haut, kann Henri zunächst kaum mit sich überein bringen: ein stetig sinkender Testosteronspiegel, Stimmungsschwankungen, Muskelabbau Bauchfettzunahme.
Was folgt ist ein sowohl humorvoller wie auch nachdenklich stimmender Roman nicht nur über das Klimakterium der Männer. Auch Beziehungen – von der Ehe über Männerfreundschaft und das Verhältnis zu den erwachsenen Kindern – erzählt Raeth mit viel Symathie für seine Figuren. Auch wenn die Lektüre die Lesenden zum schallenden Lachen bringt, dann nicht, weil die Charaktere ins Lächerliche gezogen werden.
Ein wunderbarer Einfall des Autors ist die Wochen-Metapher für das Alter. Stellen Sie sich vor, Sie wurden am Montagmorgen geboren und werden am Sonntagabend sterben. An welchem Wochentag befinden Sie sich in diesem Bild mit Ihrem tatsächlichen Alter? Vor allem: Wo befinden Sie sich gefühlt? Denn rechnerisch lässt es sich nicht voraussagen.
Sehr gute humorvolle Unterhaltung für Männer und Frauen!