Worum geht's?

Seit drei Tagen ist die 16jährige Lena verschwunden. Plötzlich taucht ein Video im Netz auf, das zeigt, wie sie von drei Männern mit dunkler Hautfarbe vergewaltigt wird.
Recht bald, nachdem das Video der brutalen Gewalttat im Netz aufgetaucht ist, ruft die rechtsextreme Gruppe „Aktiver Heimatschutz“ dazu auf, die Täter zu finden und gar Selbstjustiz zu üben. Weitere rechtsextreme Gruppierungen nutzen die Empörung und den Schock über die Tat, Demos zu veranstalten und die Menschen gegen Migranten aufzuwiegeln.
Auf den Fall angesetzt wird Yasira Saad, BKA-Ermittlerin, geschieden, alleinerziehende Mutter einer Tochter im Teenageralter.
Yasira Saad und ihre Kollegen tappen im Dunkeln. Der Druck, zu Ermittlungsergebnissen zu kommen, steigt. Das Video hat sich rasend schnell verbreitet, die Hetzer werden immer mehr und es kommt zu brutalen Übergriffen auf Migranten. Ausgerechnet ein Gespräch mit ihrer Tochter bringt Yasira auf einen neuen Ermittlungsansatz. Der erscheint ihr zwar zunächst absurd und bizarr, doch die Hinweise mehren sich, dass etwas mit dem Video nicht stimmt. Der Fokus der Ermittlungen beginnt sich zu verschieben: weg vom Menschen und hin zu Künstlicher Intelligenz.
Dieser spannende und erschreckend realistische Krimi ist rasant geschrieben, kurz und knapp. Es wird schließlich gegen die Zeit gearbeitet, der technische Fortschritt wartet nicht. Auf nur 272 Seiten erzählt Kling mit kritischem Blick auf die technische Entwicklung eine spannende Geschichte über die Abgründe von Social Media.
Der Plot ist auffallend, die Geschichte mitunter erschütternd, denn das alles darin könnte wahr sein, einiges ist tatsächlich schon möglich.
So hält uns Marc-Uwe Kling unsere Gegenwart vor Augen, und erzählt, wozu Menschen die neuen Techniken missbrauchen können.