MAX_ANNA

Worum geht's?

Max Annas widmet sein neues Buch dem Mozambikaner Manuel Diogo, dessen brutaler Mord im Jahr 1986 als Vorlage für seinen historischen Kriminalroman dient. Als der so genannte Vertragsarbeiter Diogo in der ehemaligen DDR ums Leben kommt, findet man seine Leichenteile entlang einer Bahnlinie verstreut. Nur teilweise aufgeklärt, kommen viele Aspekte des Falls erst nach der Wende an die Öffentlichkeit.

Die Figur des Ermittlers Otto Castorp, der Lesern eine große Projektionsfläche bietet, ist in dem sprachlich nüchternen Roman mit einem ähnlichen Fall betraut. Als der, offenbar rassistisch motivierte, Mord an einem jungen Mann aber ungelöst zu den Akten gelegt werden soll, ermittelt Castorp auf eigene Faust weiter. Dabei laufen viele Versuche den Täter zu ermitteln ins Leere.  Gleichzeitig gefährdet Castorp durch sein Aufbegehren gegen die Vorgesetzten und das politische System seinen Arbeitsplatz. Beruflich wie Privat werden ihm seine Grenzen deutlich aufgezeigt. Als Leser erfährt man dafür einiges über den Alltag im Gebiet zwischen Jena und Gera.

Wegen des historischen Settings und der anhaltenden Frage nach persönlicher Verantwortung zeigt sich die markerschütternde Aktualität des Texts deutlich.