Buchbesprechungen

Tommie Goerz erzählt von sieben Januartagen in einem kleinen Dörfchen im Fränkischen. Der 80 jährige Bauer Max hat sich wie jeden Morgen einen Kaffee gebrüht und steht jetzt am Fenster und betrachtet seine Apfelbäume im Schnee. Da läutet das Totenglöckchen der Dorfkirche, und er weiß: Sein bester und lebenslanger Freund Schorsch ist gestorben. Nach diesem Einstieg in das Buch erzählt Tommie Goerz unaufgeregt, was auf den Tod Schorschs im Dörfchen folgt und wie es dem Max ergeht.

Tommie Goerz: Im Schnee, Piper Verlag 22,- €

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Mathilde, die kleine Vogelscheuche, bekommt ein goldenes Herz von ihrer Mama angenäht und wird somit zu Leben erweckt. Zusammen mit Mats, dem kleinen Schwatz, halb Schwalbe und halb Spatz, macht sich Mathilde auf die Suche nach ihrer Mama und ihrem Zuhause. Mats hat Flugangst und ist deshalb nicht mit in den Süden geflogen. Auf Mathildes Schulter hilft er ihr, den richtigen Weg zu finden, bringt ihr Lesen bei und lernt so nebenbei, seine Ängste zu besiegen. Die beiden erleben so manche spannende Abenteuer, reisen mit dem Atemzug, verweilen sehr lange in Hyggelingen und es bleibt offen, ob sie im Sonnenuntergang Mathildes Zuhause finden.

Christian Wunderlich: Mats und Mathilde – Eine große Freundschaft; Oetinger Verlag 16 €

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Annabelle hat Sommerferien und freut sich darauf, viel Zeit mit ihrer Familie und in der Natur verbringen zu können. Sie lebt auf einer Farm, zusammen mit ihren beiden jüngeren Brüdern, den Eltern und Großeltern. Alle helfen mit, den Alltag mit den vielen Erledigungen auf Feld, im Garten und Stall zu bewältigen. Eines Tages wird Annabelle auf dem Rückweg von der Schule von einem Unwetter überrascht und tatsächlich vom Blitz getroffen. Sie überlebt und verfügt ganz plötzlich über die Gabe, die Gefühle von Tieren extrem stark wahrzunehmen.

Lauren Wolk: Der Sommer, in dem der Blitz mich traf; Hanser Verlag 18,- €

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Die Bewohner der fast vergessenen Insel Makatea im Pazifik sollen in einem Bürgerentscheid abstimmen, ob ihre Heimat als Zukunftsprojekt für die gesamte Menschheit ihre Abgeschiedenheit aufgeben soll, oder doch im Einklang mit der Natur das Zusammenleben ein einfaches, aber friedliches Leben möglich bleibt. Vier Menschen, deren Schicksale auf die eine oder andere Art miteinander verknüpft sind, treffen auf Makatea aufeinander.

Richard Powers: Das Grosse Spiel; Penguin Verlag 26,- €

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Radikal, erschütternd, zu Herzen gehend und bis zum Ende mit Spannung gelesen: Eine Frau räumt auf, in ihrem Leben und ihren Erinnerungen und lässt endlich zu, was lange Zeit verschüttet und verborgen lag, sie jedoch in ihrer Art, zu leben und zu lieben, massiv geprägt hat. Wenn in einer Gesellschaft häuslicher Missbrauch mit Schweigen gedeckelt wird, die Erwachsenen dem Kind keinen emotionalen Schutz anbieten und es in seiner Scham belassen, macht das etwas mit der Seele und der Entwicklung.

Helene Bracht: Lieben danach; Hanser Verlag 22,- €

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Franz Escher ist von Beruf Grabredner, ein wirklich sehr einfühlsamer und guter dazu, und ansonsten eher ruhig und zurückgezogen. Seine Leidenschaft, Puzzle zusammenzusetzen, hat er seiner ersten großen Liebe vorgezogen und auch die zweite damit in die Flucht geschlagen. Sein geordnetes Leben bekommt kleine Risse, als die Warnanlage für seine Hausklingel durch einen Wackelkontakt ausfällt. Beim warten auf den Elektriker liest Franz den einzigen Roman, den er hat, über einen Mafioso, welcher im Zeugenschutzprogramm mit neuer Identität auf seine Entlassung wartet und da einen Roman ausgeliehen hat, welcher von einem Mann handelt, der zu Hause auf den Elektriker wartet, da seine Warnanlage für die Hausklingel einen Wackelkontakt hat...

Wolf Haas: Wackelkontakt; Hanser Verlag 25,- €

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Akiko lebt als selbstgewählte Single-Frau ein ruhiges zufriedenes Leben in Tokio. Ihre Arbeitskollegin und Freundin hat sich selbst geheiratet und die beiden Frauen diskutierensehr oft darüber, was dieser Schritt für die Zukunft bedeutet. Kann Frau sich auch wieder von sich scheiden lassen? Vor ihrem dreißigsten Geburtstag begegnet Akiko ihrer Jugendliebe Kento wieder, der sich als Hikikomori nur nachts in der Öfffentlichkeit bewegt und sehr zurückgezogen lebt. Diese Begegnung berührt sie sehr und Akiko beginnt, sich mit vielen Fragen aus jener Zeit, die unbeantwortet geblieben sind, zu beschäftigen.

Jan-Philipp Sendker: Akikos Stilles Glück; Karl Blessing Verlag 24,- €

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