Worum geht's?

Ronald Reng schreibt normalerweise Fußballbücher. Und auch in seinem neuen Roman treffen würdige Gegner aufeinander, allerdings sind es hier keine Sportler, sondern Erfinder: Carl Benz und Gottlieb Daimler wissen zunächst nichts voneinander, haben aber parallel eine – wie sie selbst finden – geniale Idee: Ein Fahrzeug, dass nicht mit Pferde- oder Menschenkraft bewegt wird, sondern mit einem nicht-ortsgebundenen Motor! Die Gefährte bewegen sich sich mit zwei bis sieben Stundenkilometern und häufig am Rande der Legalität. Ob sie einen Fortschritt darstellen, bezweifeln viele Zeitgenossen. Gut, dass sowohl Daimler als auch Benz intelligente, unterstützende Ehefrauen und pfiffige Kinder haben, die im passenden Moment genau die Fragen und Ideen äußern, die es braucht, um weiterzukommen, heimliche Testfahrten in den Urlaub inklusive.
Schon bald wird den beiden Männern klar, dass sie sich in einem Konkurrenzkampf befinden – technischer Natur, aber auch, was die Überzeugungen potentieller Käufer angeht, sei es im nahen Umfeld oder bei der Pariser Weltausstellung. Eine Welt voller Automobile? Für die damalige Gesellschaft unvorstellbar – so wie für uns heute eine Welt ohne sie.
Mit „Er kenne Herrn Benz nicht, sagt Herr Daimler“ ist Ronald Reng ein amüsanter historischer Roman über zwei Männer und ihre großen Visionen gelungen, gespickt mit Wissen über das ausgehende 19. Jahrhundert, voller augenzwinkernder Verweise zu Befindlichkeiten unserer Gegenwart. Diese Buch ist ein Volltreffer!

L.U.