In diesem raffiniert geschriebenen Kammerspiel bleiben die Protagonisten namenlos; sie heißen wie ihre Rollen: die Gastgeberin, der Freund der Gastgeberin, der Schweizer, die Ehefrau und der Ehemann.
In einer klaren und fast scharfen Sprache erzählt Teresa Präauer die Geschichte eines Abend in mehreren Anläufen.
Bei den wohlsituierten Hofmanns geht es alles andere als gutschweizerisch-bieder zu:
Damian und Sylvia gehen nach kurzer Ehe ihre eigenen Wege - er als Anwalt, sie als Ethnologin. Von einem Forschungsaufenthalt in China hat Sylvia Mitte der 60er-Jahre eine junge Frau, Atscho, mitgebracht, die sich um den Haushalt und die Töchter kümmert, die in den Jahren danach geboren werden. Das sind Jessy, Chloé und Clara.
Atscho stammt aus dem Südwesten Chinas und gehört zum Volk der Mosuo, einer matriarchalischen Gesellschaft. Atscho erzieht die Mädchen im Sinne des emanzipatorischen Prinzips der Mosuo: Zitat: „Da es keine Heirat gibt, ist der Mann nichts weiter als Sohn und Bruder, ein Leben lang. ... seine Rolle als Vater, Oberhaupt, Stammhalter und Broterwerber ist ersatzlos gestrichen.“
Paul Auster erzählt ergreifend leichthändig vom Loslassen und Nicht-loslassen-Können, das heißt vom Leben angesichts der Endlichkeit. Doch es gibt auch Momente eines neuen Glücks oder Aufbruchs in diesem melancholischen Roman.
Auch wenn Glattauer in seinem Gespür für Charaktere und menschliche Schwächen die handelnden Personen zu Anfang des Romans herrlich bitter-lustig zeichnet, schimmert die brüchige Oberfläche und die drohende Katastrophe durch.
So ist Glattauers Roman eine manifeste Gesellschaftskritik im Mantel eines handwerklich hervorragend geschriebenen Romans, in dem nichts kommt, wie man glaubt.
Dieser Roman ist schonungslos, hart und bedrückend, wie vom wirklichen Leben geschrieben.
Dieser Roman ist ein tolles Buch mit soghafter Wirkung, das an einem einzigen flirrenden Sommertag in einem Freibad in der pfälzischen Provinz spielt.
Da ich eine Schwäche für wechselnde Erzählperspektiven habe, war ich gleich sehr angetan von diesem Roman, der aus sechs Perspektiven erzählt wird. Ein Toter und ein Unglück überschatten die Szenerie. Mit jedem Perspektivwechsel kommt mehr Licht in ein anfänglich undurchsichtiges Beziehungsgeflecht.
Tom ist dreißig, studierter Jurist und arbeitslos. Sein Antrieb sich zu bewerben, ist die Aussicht auf Arbeitslosengeld. Er antwortet auf eine Anzeige, in der nach einem jüngeren Mann gesucht wird, der einen Nachlass ordnen soll. Tom bekommt die Stelle und damit die Aufgabe, den Nachlass eines noch lebenden alten Mannes für die Nachwelt aufzubereiten. Damit geht für Tom einher, im Haus des Dr. Peter Stotz zu wohnen, dessen Alltag zu begleiten ...
Mit „Frankie“ erzählt Michael Köhlmeier eine Enkel-Großvater-Geschichte, wie ich sie noch nicht gelesen habe! Der Ich-Erzähler Frank Thaler ist 14 Jahre alt und lernt seinen Großvater kennen, als dieser nach 18 Jahren vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird. Bis jetzt hat er eine ruhige Kindheit verbracht, die Schule ist kein Problem und zu seiner alleinerziehenden Mutter hat er ein recht harmonisches Verhältnis. Durch die Entlassung des Großvaters gerät Franks Leben und das seiner Mutter durcheinander.
Als ihre Kinder zwei und vier Jahre alt sind, verreist Anna zum ersten Mal wieder alleine. In ihrem Alltag fühlt sie sich nur noch fremdbestimmt und von den Anforderungen im Familien- und Berufsleben oft überfordert. Anna hat Angst, ihr Selbst zu verlieren. Jetzt fährt sie zu einer Fortbildung in die Stadt, in der sie studiert hat. Ihre große Liebe Jan lebt und arbeitet immer noch dort. Schon im Zug beginnt das Gedankenkarussel: Wird sie Jan wiedersehen? Und wenn ja, mit welchen Konsequenzen?
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